06. Februar, wir haben Jeri verlassen und machen uns auf den Weg gen Norden.
Endlich Brasilien etwas mehr erkunden als die Caipi-Strände von Jeri.
Früh um 7 checken wir aus und steigen in einen Pickup randvoll mit Leuten, vorwiegend Einheimische sowie 3 Franzosen. Bis Camocin geht es immer am Strand entlang. Dort steigen wir in einen Minibus der dermaßen mit Passagiere vollgestopft wird, dass KEINER angenehm Platz hatte. Der Fahrer musste zwischen die Beine einer jungen Frau greifen um zu schalten. Leider konnte ich nicht ausmachen ob er auch mal daneben griff.
In Panaiba angekommen fanden wir zwar easy eine passable Unterkunft, konnten aber keine nützlichen Informationen über Touren ins Urwald Delta bekommen. Irgendwie waren wir aber auch verwirrt da wir die falschen Orte aus dem Lonely Planet aufgriffen.
Als wir uns am nächsten Morgen zu einem neuen Versuch aufmachten, trafen wir die 3 Franzosen wieder die gerade auf dem Weg auf solch ein Trip waren. Sie boten an uns anzuschließen, sicherlich auch weil es dann günstiger für sie wurde. Und so brachen wir zu einer abendteuerlichen Tour in die Sümpfe auf. Leguane, Affen, kleine Dörfer auf einsamen Inseln mit dem besten, authentischen PF (gemischter Teller) den wir je gegessen hatten, sowie abwechslungsreiche Fahrten auf einem Hausboot und einem Kanu machten es zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Abends wurde uns geraten die lokalen Krabbengerichte zu probieren. Mit Hämmern zerklopften wir krustige Sumpf-Krabben und bekamen ein riesiges Krabbenomlett serviert. So groß, dass wir nur noch frohlich zurück ins Bett rollen konnten.
Die Tage mit Pierre und Ben waren alle besonders und abendteuerlich und meist feucht fröhlich.
Den letzten Abend in Fortaleza sind wir sogar noch in den Pre-Karneval gelaufen – zufällig.
Leider sind jetzt wieder beide im kalt feuchten Deutschland und ich muss jetzt ohne Laptop mit meinem Telefon den Blog schreiben. (ignoriert deshalb mal für eine Weile die Fehler die mit T9 entstehen).
Bevor ich mit dem nächsten Post über Rio aufschlage, muss ich noch kundgeben, dass das letzte Video über die Buggytour wieder funktioniert. Denn Videos wird es vermutlich erstmal nicht geben.
Aber keine Sorge, die Kamera hab ich mit und vor Karneval und Bekini-Girls zu filmen.
Nach Rio gehts für mich dann weiter nach Süden bis Sao Paulo um von dort wieder nach Berlin zu düsen.
Aber bis dahin ist der endlose Sommer noch lang und heiß.
Bevor ich Jeri verlasse besuchen mich mein Bruder Ben und Pierre. Natürlich hab ich meine Arbeit derzeit abgeschlossen und einige Aktivitäten geplant. Neben Klippenwandern, Buggytrips und Sonnenuntergängen vor allem Parties!
So machen wir drei Gringos alemaes die Gegend unsicher und uns einen bleibenden Namen. So haben wir den ersten Caipirinha-Marathon in Jeri durchgezogen. Kurze Erklärung: Am Strand stehen all Abendlich kleine Coctailstände die verschiedenste Drinks mixen, vor allem aber Caipirinhas. Die Idee war an jedem Stand einen Caipi zu trinken. Normaler Weise stehen ca 15 Stände aber wir haben uns den Freitag ausgesucht und sahen uns dann mit 22 Ständen konfrontiert. Im Endeffekt haben wir 12 Stände gestanden.
Um den letzten Neumoond herum, bin ich mit ein paar freunden per Downwinder nach Guriu gesurft. Für den Rücktransfer haben wir vorher einen Buggy gebucht. Jedoch sind die Fluten schneller gekommen (und vor allem höher) als gedacht.
Einmal im Monat zu Neumond steigt die Flut in Jeri so hoch an, dass sich hinter der Düne eine kleine Lagune bildet. Perfekt um neue Tricks aus zu probieren. Ich hab meine Kamera mal dem Joris gegeben und endlich mal auch etwas Videomaterial von mir selbst erhalten.
Mittlerweile scheint die Ferienzeit in Brasilien zu ende zu gehen. Viel weniger Leute kommen an den Strand und wenn, dann am Wochenende.
Dadurch dass ich jetzt weniger Kurse habe, bieten sich neue Möglichkeiten um Blödsinn zu machen.
Über Weihnachten habe ich Angi kennengelernt, eine sehr gute Kiterin, die mich zu meinem ersten Downwinder mitnahm.
Für alle Nichtkiter: Bei einem Downwinder surft man immer mit dem Wind mit. Das ist so als würde man nur Wellen absurfen, ohne zurück paddeln zu müssen.
Man surft immer die Küste entlang und trampt dann einfach wieder zurück. Da die Strände als Strassen genutzt werden, findet man recht schnell eine Mitfahrgelegenheit.
Ein viel beeindruckenderes Ereignis erlebte ich zum letzten Vollmond.
Angi überredete mich mit ihr auszureiten. Obwohl mein letzter Ritt auf einem Pferd 14 Jahre zurück liegt und mit einem verstauchtem Bein endete, wollte ich die Gelegenheit nicht verpassen und suchte mir schonmal einen Cowboyhut.
Sie organisierte 2 ziemlich große Gaul mit dickem Wildledersattel. Als der Mond dann hell genug war, stiegen wir auf.
Die Einführung zur Pferdbedienung erinnerte mich an meine erste Surfstunde, als mein Onkel Christian mir erklärte: “Du Paddels mit der Welle an und steigst dann auf – Klar?”
Besser als erwartet, kam ich aber schnell klar.
Angi ist kein Mädchen des langen Zögerns, so galoppierten wir durch die staubigen Strassen runter an den Strand, rasten über die hell leuchtenden Dünen und hielten erst bei den Klippen an um ganz cool eine Zigarette zu rauchen.
Man – eine Fantasie aus dem Kindergarten wurde war. Ich – der Marlboroman zusammen mit Zorros Tochter unterm Vollmond. Nur das ultra breite Grinsen auf meinem Gesicht passte nicht ganz so ins Bild.
Ich war stoked, ich wollte mehr. Ich wollte die Freiheit nicht nur schmecken, ich wollte sie packen und umarmen und selbst zur Freiheit werden. Ich schwang mich auf die Stute und wir ritten weiter Richtung Berg. Hoch hinauf bis zum Leuchtturm. Hier wurden wir von einem Ausblick belohnt, welcher nur unter hellem Mond möglich ist:
Links unten sah man die Wellen an den scharfen Klippen zerschellen. Kontrastvoll breiteten sich neben dem tosenden Meer die weiten majestätischen Dünen aus und dazwischen lagen ein paar Palmenplantagen, die wie große schwarze Kaffeeflecken aussahen. Weit rechts waren vereinzelt kleine Hütten verstreut, die sich nach und nach zur Stadt zusammen schlossen. Man fühlte sich wie in einem düsteren Fantasy-Western in dem Tim Burton Regie spielte.
Mit einer dunklen Staubwolke hinter uns ritten wir die Stadt hinunter Richtung Saloon, um Genre-entsprechend einen Caipirinha zu trinken.
Hehe, die Fantasien eines 5 Jährigen auf dem Spielteppich können in Jeri einfach war werden. Ich kann’s kaum abwarten später mit dem Surfbrett unter dem Arm den Sonnenuntergang entgegen zu reiten während Flipper neben mir Pirouetten springt.
Leider hab ich hier in Brasilien einfach wenig Zeit, da immer der Wind weht und ich surfen gehe oder ich muss arbeiten, weil immer der Wind weht. Aber jetzt ist es mal wieder soweit: ein freshes Vid aus dem Sagen umwogenden Jeri. Ihr müsst euch echt gelangweilt haben beim Blog lesen, so ohne Videos.
Leider ist es nicht ganz so prickelnd geworden und auch der Titel zum Schluss gibt ein anderen Song an. Aber hey, das hab ich in nur einer Stunde aufgenommen und geschnitten. (stellt sicher, dass ihr auf HD stellt)
Autor Rick | Kategorie Brasilien, Party | geschrieben am 02-01-2012
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Dass Jeri so anderst aussehen kann, hätte ich nie geglaubt mit 25 000 Menschen hat der kleine Ort ein ganz anderes Gesicht. Es glich eher einem Festivalgelände.
Die große Bühne von der JerYear-Party hat nicht wenig dazu beigetragen.
Man kann sogar behaupten, dass ganz Jeri eine große Party war.
Wir wussten nicht was uns erwartet und haben uns VIP Karten für den 30.12. geholt, der Vorabendparty. Für 30€ VIP-Lounge und open Bar konnte man nicht widerstehen. Die Musik war hauptsächlich Elektro mit gelegentlichen Reggae durchsetzt. Ist aber leider schon um 6 zu ende gewesen.
Ist nicht schlimm! Sollte eh um 9 wieder arbeiten. Ich weiß garnicht mehr wieso, aber ich musste noch 4 Kurse geben – alles chaotische Brasilianer - kein leichter Tag.
Die Silvesternacht war ebenso chaotisch, wir sind im Grunde überall gewesen. Aber um 6 war für mich dann Zappen duster. Tilt.
Den 1.1. frei zu machen, komplett zu entspannen war (obwohl man mich noch wegen Arbeit anrief) einfach Pflicht und unumgänglich. So fällt dieser Post einfach mal entspannt schlicht aus.
Weihnachten ist leider in Brasilien nicht so der Renner. Irgendwie ist der Weihnachts-Geist hier nicht so zu spüren. Man muss sich einfach selbst etwas Weihnachtszauber erschaffen. Selber den Gemeinschaftsraum schmücken, ein paar Weihnachtslieder spielen und die Weihnachtsfeier organisieren.
Ich wünsche euch ein fröhliches Fest! Genießt die Ferien und kommt gut in das neue Jahr!
P.S. in Jeri kommt der Weihnachtsmann nicht mit dem Schlitten sondern mit dem Surfbrett
So ein Scheiß, fahr ich das erste Mal Windsurfen und verstauch mir gleich den Zeh. – Wieder ein paar Tage nicht surfen.
Die wollten mich gleich ins Krankenhaus nach Fortaleza schicken, da es in der Nähe keinen Artzt gibt, geschweige dann einen Röntgenaparillo. Langsam kommen doch ein paar Schattenseiten zum Vorschein.
Nach vielseitiger Beratung kam man aber zum Schluss, dass selbst bei einem Bruch der Arzt nichts machen kann.
Also ist chillen die beste Medizin.
Jetzt bin ich schon 2 Wochen in Jericoacoara und staune immernoch jeden Tag aufs neue wie entspannt das Leben hier ist. Die Zeit scheint viel langsamer und gemütlicher zu laufen.
Ich hab mich mittlerweile gut eingearbeitet und bin jetzt komplett für die Kitekurse verantwortlich. Nebenbei versuche ich jetzt noch mehr Kitetrips zu entwickeln. Einerseits natürlich um noch mehr Geld zu verdienen, aber eigentlich vielmehr um selber Spass zu haben und neue Orte zu sehen.
Dies entspricht auch der allgemeinen Einstellung vieler hier. Die Zeit genießen und das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden.
Absolutes Endlosersommer-Feeling!
Auch wenn ich derzeit kein Geld spare, habe ich eine unvergessliche Zeit als Gewinn.
Mein Apartment ist oberer Standard hier. Mit großem Balkon, Internet, Frühstück und sehr coolen Nachbarn fühl ich mich richtig zuhause.
Natürlich dürfen bei einem Brasilienaufenthalt auch keine Parties fehlen, welche man fast täglich vorfindet. Leider fängt das Nachtleben nie vor 2 Uhr Nachts an, was sich mit den Arbeitszeiten auf Dauer nicht vertragen kann. Deshalb geh ich doch etwas sparsamer damit um, etwas. Die Partycrowd ist hier natürlich gechilled und vom feinsten. Leider sprechen wenige Englisch aber man gewöhnt sich schnell an Bodylanguage. Begrüßt wird sich nicht mit Händeschütteln sondern ausschließlich mit Wangenküssen bei den Ladys und mit dem Knick-Knack-Surfer-Abschlag bei den Dudes. Und auf der Tanzfläche braucht man eh nicht reden, man tanzt so eng, dass man Gedanken fühlen kann. Und wenn man schon mit jemanden eng tanzt wird er meist auch gleich geküsst. Wenn man aber jemanden abschleppen will, sollte man schon darauf achten, dass sie/er versteht was man von ihr/ihm will. Daher ist es angebracht etwas Portugiesisch zu sprechen.
Unterricht nehme ich 3 mal Wöchentlich, was mich als lernfaule Seele noch nicht viel bringt außer ein paar künstlich überraschten Blicken. “Oh er weiß was Banane heißt.”
Das schönste an Jeri ist aber, dass sich alles ums Surfen dreht. Es scheint hier jeder zu surfen, dauernd schleppt einer ein Surfbrett unterm Arm herum oder bindet Kites auf den Buggy fest oder riggt gerade irgendwo ein Segel auf.
Man geht einfach früh Wellenreiten, dann Arbeiten (Kitten) und zum Sonnenuntergang etwas Windsurfen oder SUPen.
Oft werden Frauen versetzt weil es wichtigeres im Leben gibt. Nennt mich nicht Macho, denn das selbe passiert Vis-a-vis.
Hier ist einfach alles mellow und am ende trifft man sich auf der Welle.